Lanzarote – Gallotia atlantica altlantica

Lanzarote ist mehr als nur eine Vulkaninsel im Atlantik – sie ist ein faszinierendes Freilandlabor für Naturbeobachter. Reptilienliebhaber kommen hier nicht besonders auf ihre Kosten. Die karge, von Lava geprägte Landschaft bietet Lebensräume für wenige endemische Arten, die es nur auf dieser Insel gibt. Lediglich drei Arten kommen auf Lanzarote vor, Im Frühjahr 2026 führte uns eine Reise genau dorthin: auf den Spuren von Eidechsen, Geckos und Skinken – und zu einigen der spektakulärsten Orte der Insel.
Die Stars unserer Echspedition: Reptilien auf Lanzarote

Im Mittelpunkt standen drei Arten, die Lanzarote zu einem echten Hotspot machen:
- Gallotia atlantica atlantica – die Atlantische Eidechse
- Tarentola angustimentalis – der Kanarengecko
- Chalcides simonyi – ein seltener Skink

Vor allem Gallotia atlantica atlantica begegnete mir nahezu überall. Diese anpassungsfähige Eidechse ist perfekt an das trockene Klima angepasst und zeigt sich oft erstaunlich zutraulich.

Die Pooleidechse suchte aktiv Lisa auf. Sie hatte sofort gemerkt, dass Lisa was zum Essen hat und war wirklich auf das Eis fixiert. Wie das Eidechsen so tun, wenn ihnen förmlich das Wasser im Mund zusammenläuft, fing sie an mit der Zunge zu schlecken und näherte sich immer mehr dem Eis und hat tatsächlich das Vanilleeis gegessen.
Zwischen Kakteen und Lava: Der Kaktusgarten

Ein erster Höhepunkt war der Besuch im Jardín de Cactus. Die von Lava umgebene Anlage vereint tausende Kakteenarten – und dazwischen huschen immer wieder Eidechsen hervor.

Hier konnte ich mehrere Gallotia atlantica atlantica beim Sonnenbaden beobachten. Die Kombination aus schwarzem Lavagestein und grünen Kakteen bietet perfekte Tarnung und ideale Bedingungen für Reptilien.

Weinbau auf Vulkanboden: El Grifo & La Geria im Zentrum von Lanzarote
Mitten auf der Insel liegt die traditionsreiche Bodega El Grifo – eine der ältesten Weinkellereien der Kanaren. Doch nicht nur Weinliebhaber kommen hier auf ihre Kosten: Zwischen den Lavasteinen und Reben finden sich ebenfalls zahlreiche Reptilien.

Noch beeindruckender ist die Region La Geria. Die berühmten „schwarzen Löcher“ – kleine, in den Lapilli gegrabene Mulden – schützen die Reben vor Wind. Diese Mikrohabitate sind gleichzeitig perfekte Rückzugsorte für Eidechsen.
Naturwunder El Golfo – Warum ist der See grün?
Ein absolutes Highlight ist El Golfo. Der smaragdgrüne See bildet einen starken Kontrast zur schwarzen Vulkanlandschaft.

Die grüne Farbe entsteht durch Algen, die in dem salzhaltigen Wasser gedeihen. Mineralien aus dem vulkanischen Untergrund verstärken diesen Effekt zusätzlich. Auch hier lassen sich entlang der Felsen Eidechsen beobachten – perfekt angepasst an die harschen Bedingungen.

Diese Wüstenheuschrecke in Solitärfärbung war nicht die einzige die wir gesehen haben. Auch zahlreiche andere Heuschreckenarten konnten wir nachweisen.
Feuer und Hitze: Timanfaya Nationalpark

Im Timanfaya Nationalpark wird die vulkanische Aktivität der Insel greifbar. Besonders spektakulär ist das Restaurant El Diablo, wo Fleisch über vulkanischer Hitze gegrillt wird.

Demonstrationen zeigen, wie Wasser sofort verdampft und wie bei einem Geysir explosionsartig in den Himmel schiesst oder trockenes Gras sich durch die mehr als 200 Grad heißen Dämpfe entzündet – ein eindrucksvolles Erlebnis.

Überraschend: Selbst hier konnte Gallotia atlantica atlantica nachgewiesen werden. Die Tiere nutzen selbst extremste Lebensräume – ein Zeichen ihrer bemerkenswerten Anpassungsfähigkeit.

Tagesausflug nach Fuerteventura

Ein Abstecher zur Nachbarinsel Fuerteventura eröffnete weitere spannende Begegnungen. Mit der Fähre kann man die Nachbarinsel in 35 Minuten erreichen.

Hier trifft man auf Gallotia atlantica mahoratae. Gallotia stehlini wurde bei Vega de la Peña von der Nachbarinsel Gran Canaria eingeschleppt. Rund um Betancuria ist Chalcides simonyi, die größte Glattechse der Kanaren anzutreffen. Wir hatten bei unserem letzten Aufenthalt auf Fuerteventura Erfolg und konnten hier einen Skink der Art nachweisen.

Wetterbedingt war unser Besuch in diesem Jahr nicht besonders von Erfolg gekrönt. Außer zwei Jungtieren von Gallotia stehlini konnten wir leider nichts nachweisen. Das vorhergehende Foto ist eine Aufnahme aus einem vorherigen Besuch auf Fuerteventura. Anhand den angetroffenen Kotresten kann aber davon ausgegangen werden, dass hier einige sehr große Echsemplare der Gran Canaria Riesen-Kanareneidechse hier leben.

Regen auf Lanzarote? Seltene Fotomomente
Ein unerwarteter Moment ereignete sich nahe Haría. Während eines seltenen Regenschauers entdeckte ich mehrere Gallotia atlantica atlantica. Während ich patschnass wurde, lagen sie im Windschatten einer ca. 120cm hohen Mauer. Dabei konnten sie problemlos im Trockenen liegen und wurden von dem starken Regen verschont.

Eidechsen im Regen zu fotografieren ist außergewöhnlich – . Eine seltene Gelegenheit für Naturfotografen. Generell ist Regen auf den Kanaren eher selten. An manchen Stellen regnet es an weniger als drei Tagen im Jahr.

Das auf diesem Bild zu sehende Männchen war das vermutliche größte Echsemplar unseres Lanzarote Aufenthaltes. Leider haben wir es mal wieder verpasst es zu vermessen. Jedenfalls war es eine eindrucksvolle Erscheinung uns sehr vorsichtig. Bei Annäherung verschwand er sofort in der Mauer.

Lavahöhlen und Aussichtspunkte
Die Vulkanlandschaft zeigt sich besonders eindrucksvoll in den Jameos del Agua. Diese Höhlenformation, gestaltet von César Manrique, verbindet Natur und Architektur.



Nicht weit entfernt liegt der spektakuläre Aussichtspunkt Mirador del Río mit Blick auf die Nachbarinsel La Graciosa.



Kulinarische Entdeckungen in Órzola
Im Norden der Insel, in Órzola, gönnten wir uns eine traditionelle Fischplatte mit Papageienfisch und Zackenbarsch – frisch aus dem Atlantik. Die Kombination aus Naturbeobachtung und lokaler Küche macht Lanzarote zu einem ganzheitlichen Erlebnis.

Famara – Wind, Wellen und Weite
Der Strand von Playa de Famara zählt zu den schönsten der Insel. Die dramatische Kulisse der Dünen von Famara bietet nicht nur Surfern ideale Bedingungen, sondern auch Lebensraum für Reptilien.
Wanderungen durch Vulkanlandschaften auf Lanzarote
Ein weiteres Highlight war die Wanderung am Volcán de la Corona. Die karge Landschaft wirkt fast außerirdisch. Hier erlebten wir die Landschaft in teils sehr dichtem Nebel.

Ebenso beeindruckend: das „Tal der 1000 Palmen“ rund um Haría – ein überraschend grünes Kontrastprogramm zur sonst trockenen Insel. Bei Haria leben die seltenen Glattechsen der Purpurarien. Chalcides simonyi kommt nicht nur auf Fuerteventura vor, sondern wurde auch rundum Haria schon dokumentiert. Auch auf den kleinen Inseln La Graciosa und Lobos wurde die Art gesichtet. Unseren Blicken hat sich die Art diesmal leider entzogen und wir konnten auch hier keinen Nachweis erbringen.

Abschluss mit Genuss
Nach einem langen Tag voller Eindrücke kehrten wir im Asador Volcán de la Corona ein. Das Restaurant ist bekannt für seine exzellenten Steaks – ein würdiger Abschluss eines erlebnisreichen Tages.

Das Aquarium auf Lanzarote in Costa Teguise ist mit mehr als einer Million Liter in den Aquarienanlagen ein beachtliches Aquarium. Gleichzeitig ist es eine Auffangstation für geschwächte und verletzte Meeresschildkröten.

Die aufgenommenen Tiere werden möglichst schnell wieder dem natürlichen Lebensraum zugeführt. Neben den Bekannten Gesichtern aus Film und Fernsehen, nehmen die Fische entlang der Küste Lanzarotes einen großen Teil der Ausstellung ein. Der regionale Bezug ist natürlich vor allem für Kinder spannend und man gewinnt einen Eindruck der Küstengewässer. Wobei Dori und Nemo selbstverständlich bei den Kindern an Nummer eins stehen.

Neben einem Süßwasseraquarium mit den Barschen aus dem Tanganjikasee und einem noch größeren Flussaquarium mit Fischen aus dem Amazonas. Der Schwarm mit den Piranhas schindet Eindruck. Kernstück sind die beiden großen Aqaurien mit den verschiedenen Haiarten. Zu unserem Zeitpunkt des Besuchs waren Jungtiere des Katzenhais zu sehen.

Fazit: Ein Paradies für Reptilienfreunde
Lanzarote ist ein einzigartiger Ort für Naturbeobachtungen. Die Kombination aus vulkanischer Landschaft, mildem Klima und isolierter Lage hat zur Entwicklung faszinierender Reptilienarten geführt.

Besonders Gallotia atlantica atlantica zeigt eindrucksvoll, wie anpassungsfähig Leben sein kann. Ob im Kaktusgarten, zwischen Weinreben oder auf Lavafeldern – diese Tiere sind allgegenwärtig.

Wer sich für Reptilien, Fotografie oder einfach außergewöhnliche Landschaften interessiert, kann Lanzarote auf seine Reiseliste setzen.
2026 war für mich das Jahr, in dem diese Insel ihre ganze Magie entfaltet hat – rau, wild und voller Leben.

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